SPD Bellheim

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Schulstandort Bellheim sichern und stärken

Veröffentlicht am 23.11.2006 in Features

Die Schullandschaft hat sich in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren stark verändert. Dies zeigt sich auch deutlich im Landkreis Germersheim und in Bellheim.

Im Landkreis sind neue Schulen und Schularten entstanden. Es gibt eine stark nachgefragte In-tegrierte Gesamtschule in Kandel. Jährlich müssen dort Kinder abgewiesen werden. Zwei Gymna-sien binden einen Teil der potentiellen Gymnasiasten, wobei allerdings deren Abwanderung in benachbarte Städte wie Landau, Karlsruhe und Speyer noch einer näheren Erklärung bedarf. Regionale Schulen in Lingenfeld, Rülzheim und Wörth ergänzen das Schulangebot in der Sekundarstufe I. In Rheinzabern existiert eine Realschule mit integrierter Orientierungsstufe. In Bellheim hat sich die Realschule des Kreises gut entfaltet. Flächendeckend stehen Ganztagesschulen in freiwilliger Form zur Verfügung. Förderbedürftige Kinder werden an ihrer Schule oder in Integrierter Form in den Schulen von Germersheim, Rülzheim und Wörth betreut.

Realschule Bellheim entwickeln

Von dieser insgesamt guten Entwicklung profitierten auch die Schulen in Bellheim. Positiv zu beur-teilen ist die inhaltliche Entwicklung der Realschule, die inzwischen durch die Arbeit des Kollegiums einen anerkennenswerten Status bei den Eltern, dem Schulträger und der Kommune Bellheim erworben hat. Sie bindet auch Schülerinnen und Schüler aus dem Umfeld. Die Schulart si-chert ihre Existenz aber auch dadurch, dass sie Hauptschüler ausgrenzt. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, werden diese bald auf Achse gehen müssen, um Hauptschulen oder Regionale Schulen im Umkreis zu besuchen. Deshalb kommt die Realschule nicht darum herum sich weiter zu entwickeln zu einem integrativen System, das auch Hauptschüler aufnimmt. Denn auch die Realschule wird kleiner werden. Die Schülerzahl sinkt von 510 (2005/2006) auf 448 im Jahre 2011/2012.

Grundschule Bellheim unterstützen

Die Grundschule Bellheim wird vorerst noch mit 414 Schülern (Schj. 05/06) ihre Vierzügigkeit be-halten, da die Bevölkerungszahl zwar stagniert, aber erst ab 2015 sinken wird. Im Schuljahr 2011/2012 geht die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf 337 zurück. Über 70 Eltern sind dank-bar, dass nunmehr ein Nachmittagsangebot eingerichtet wurde. Die Fraktionen im Gemeinderat haben wohl kräftig mitgeholfen, für diese besondere Form der Ganztagsschule die räumlichen und sächlichen Voraussetzungen für einen guten Start zu ermöglichen. Inzwischen arbeitet ein engagierter Teil des Kollegiums aus Überzeugung daran, das Experiment gelingen zu lassen. Hort und Schule ergänzen sich. Die räumliche Nähe führt wohl dazu, dass das Miteinander erhalten bleibt und noch gestärkt wird.

August-Heinrich-Hauptschule umwandeln

Die Hauptschule Bellheim war einst vierzügig mit geschätzten 500 Schülern. Viele ihrer Schüler besuchten nach ihrem erfolgreichen Besuch die Berufsfachschule oder ein 10. Schuljahr und er-warben den Sekundarstufen-I-Abschluss. Die Schulgröße ermöglichte eine Zuweisung von Fachlehrern, die den Fachunterricht und ein breites Bildungsangebot auch im Wahlpflichtbereich sicher-ten. Dann sank deren Schülerzahl im Schuljahr 2000/2001 auf 243, im Schuljahr 2005/2006 auf 200. Sie wird sich gemäß Schulentwicklungsplan des Landkreises auf 175 im Schuljahr 2011/2012 vermindern. Im letzen Schuljahr pendelten in die Regionale Schule unserer Nachbargemeinde allein in den 5. Klassen 34 Schüler, meist mit Hauptschulempfehlung. Rechnen wir dies auf eine Schulzeit von 5 Jahre in der Sekundarstufe I hoch, kommen wir auf eine geschätzte Zahl von 170 Schülern. Hinzu kommen 40 Schüler mit Realschulempfehlung, die jährlich an benachbarte Real-schulen oder sonstige integrative Systeme (Maria-Ward-Schule Landau) pendeln.

Wenn Hunderte von Eltern das eigene Schulsystem nicht mehr wünschen, ist höchste Zeit darüber nachzusenken, wie es zukünftig gestaltet werden soll.

Schulleitung und Kollegium versuchten mit großer Kraftanstrengung und pädagogischen Sonderangeboten ihre Schule mit Hilfe der Verbandsgemeinde attraktiv zu gestalten. Zahlreiche Fortbil-dungsveranstaltungen qualifizierten die Lehrerinnen und Lehrer für neue Aufgabenstellungen. Sie überführten die Schule in eine Ganztagsschule in offener Form mit Mittagessen und Nachmittagsbetreuung. Mit Unterstützung des Kreises wurde eine sozialpädagogische Betreuung organisiert. Sie Schule ist Schwerpunktschule für förderbedürftige Kinder und hat dadurch die Möglichkeit ihr Schulprogramm zu schärfen und damit attraktiver zu werden. Trotzdem wird diese Schule als Schulform von vielen Eltern nicht gewünscht. Wie im ganzen Lande leidet die Hauptschule an zurückgehenden Schülerzahlen.

Eine integrative Schulform entwickeln

Wir Sozialdemokraten in Bellheim stehen für eine integrative Zusammenarbeit in der Sekundarstufe. Eine kooperative Form lehnen wir ab. Denn es zeigte sich in allen Systemen dieser Art, dass darin die Selbständigkeit der einzelnen Schulart vor enger Zusammenarbeit rangiert und damit weiterhin Schüler ausgegrenzt werden. Das Schulgesetz sieht verschiedene Formen der Integra-tion in den Klassen 5 – 10 vor. Diese Formen müssen geprüft werden. Dann sind der Landkreis und die Verbandsgemeinde am Zuge – möglichst bald. Wenn die verantwortlichen Politiker den geeigneten Augenblick versäumen, wird die Hauptschule trotz größter Kraftanstrengung der Hauptschuleltern und –lehrer einzügig und späterhin sinkt die Zahl der Schüler so, dass eine Auflösung und damit Auslagerung in Nachbargemeinden in Erwägung gezogen werden muss. Auch wäre der Fachunterricht nicht mehr hinreichend gesichert. Unsere Kinder in dieser Schule sind die Benachteiligten im Selektionsprozess nach dem vierten Schuljahr. Bald werden auch die Letzten Schulen im Umkreis besuchen müssen.

Jährlich pendeln im Schnitt 156 Schülerinnen und Schüler in Gymnasien der Region. Auch hier bleibt zu überlegen, wie sie an ihre Heimatgemeinde gebunden werden können. Es gilt, was der PISA-Koordinator, Professor Andreas Schleicher am 4.12.2006 bei einer Veranstaltung der Uni-versität Koblenz-Landau in Landau ausführte: „Das Problem der Arbeitslosigkeit wird sich in Deutschland nicht über die demografische Entwicklung lösen. Länder mit dynamischem Ausbau ihrer Bildungssysteme sind die Gewinner der Zukunft. Wenn Deutschland weiterhin am dreigliedrigen Schulsystem festhält, werden die heute 15-Jährigen in 15 Jahren nur wissensarm und arbeits-los zusehen können, wie wesentlich besser gebildete Konkurrenten in vielen Teilen der globalisier-ten Welt den Arbeitsmarkt erobern.“ (Die Rheinpfalz, 6.12.06)

Keine Zusammenführung von Grund- und Hauptschule

Den Gedanken, Grundschule und Hauptschule organisatorisch zu verbinden, lehnen wir ab. Er bedeutet einen Schritt zurück in die sechziger Jahre und verfestigt eine überholte Form der Schulstruktur. Während andere Kommunen (Beispiel: Eich) die organisatorische Verbindung auflösen und damit Grundschule und Hauptschule mehr Selbständigkeit sichern, würde in Bellheim eine weitergehende Schulentwicklung eher blockiert. Zudem wurde inzwischen die Lehrerbildung an der Universität umgestellt. Es wird im Batchelor- und Masterstudiengang kein verbundenes Lehramt mehr geben. Damit wäre in verbundenen Systemen ein notwendiger Einsatz in beiden Teilsystemen der organisatorischen Einheit erschwert. Dem Fachanspruch könnte nicht mehr hinreichend gut entsprochen werden.

(Kurt Biehler)

Bundesticker

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